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Geburt im Galeriewald  /  Safari-Notizen aus Tanzania (II)

Geburt im Galeriewald / Safari-Notizen aus Tanzania (II)

Mit ihren langen Wimpern und dem sanften Blick ist die Giraffe der Touristen-Liebling Nr. 1 in Ostafrika. Twiga ist aber auch der Liebling der Afrikaner: Sie ist das Nationaltier Tanzanias und wie Gepard und Nashorn streng geschützt. Wer eine Giraffe tötet, dem droht eine lebenslange Freiheitsstrafe – sîcherlich kein „Schleck“ in einem hiesigen Gefängnis! Mit einer Körperhöhe von rund sechs Metern ist die Giraffe ausserdem das höchste lebende Säugetier und – trotz sanftem Blick – durchaus wehrhaft: Ihr Hufschlag kann einen Löwen töten und es gehörte lange Zeit zu den Mutproben der Massai, im schnellen Lauf hinter einer Giraffe here zu jagen und ihr die Schwanzquaste abzuschneiden. Junge Giraffen fallen bei der Geburt aus einer Höhe von etwa zwei Metern in die Welt.

Genau dies ist dem Winzling geschehen, den wir heute in einem Galeriewald am Lake Katavi antreffen und zwar erst vor ganz kurzem: Durch die Zweige (die den Kleinen immer wieder erfolgreich von der 600-mm-Linse abschirmen) vermögen wir einen Blick zu erhaschen auf Mutter und Kind, denen die Rest-Familie, bestehend aus Tanten und (vermutlich) dem Papa, folgt. Noch ein bisschen wackelig steht es auf den Beinen, das Mini-Giräffchen, und es versucht immer wieder, die mütterliche Milchquelle zu finden. Die aber ist, anders als bei den Elefanten, wo sie brustständig ist, bei Giraffenmüttern zwischen den Hinterbeinen zu suchen. Aber auch das wird dem neuen Parkbewohner ganz sicher innerhalb der nächsten Stunden gelingen. Wie alt er wohl sein mag? Wenige Stunden höchstens, vielleicht auch nur einige Minuten: Die Nabelschnur ist gut zu sehen (bleibt aber in der Regel bis zu zwei Wochen lang hängen) und die Hörnchen sind noch ganz weich und büschelig verpackt und können noch nicht richtig aufgestellt werden. So sind die Geburtswege vor Verletzungen geschützt. Immer wieder wird das Giraffenkind von Mama beschnuppert (so entsteht eine starke Bindung zwischen den beiden) und auch Papa und Tanten nehmen Kontakt auf mit dem neuen Familienmitglied, indem sie die langen Hälse nach unten beugen: „Jambo, kleine Twiga!“ Wie schön, dass wir dich im Vorbeifahren kennenlernen durften.

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1 Comment

Unglaublich, so ein Glück! Die Bilder sind phantastisch! Den Wundern unserer Erde so nahe zu sein ist wohl ein einmaliges Erlebnis. Schön, dass du sie mit uns teilst!