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Mantrailing zwischen Scuol und S-charl in der Engadiner Herbstsonne

Mantrailing zwischen Scuol und S-charl in der Engadiner Herbstsonne

Schon lange hatte Freundin Stefani vom UMLANI-Kennel die Idee gewälzt, jetzt wurde sie in die Tat umgesetzt – und wie! „Mantrailing im Unterengadin“ hiess der Workshop, der am letzten Wochenende zwischen Scuol und S-charl über die herbstliche Bühne ging: mit dem Bündner Mantrailing-Trainer und Instruktor Alessandro Folini und seinem Sohn Samuel und Helferin Ruth Folini sowie mit sechs weiteren Mitgliedern der UMLANI-Familie und ihren Ridgebacks. Dabei waren die UMLANI-Züchter Stefani und Dany Westphal Vonesch mit MAKOLOLO Chanda Nandipa ya Umlani und deren Tochter UMLANI Chobe Nuin-Tara Moremi aus dem C-Wurf und mit dem jungen australischen Rüden SARULA Thaba Nchu ya Umlani, ferner Claudia und Ueli Suremann mit UMLANI Erongo Waridi aus dem E-Wurf, Heinz Rolli mit Moremis Bruder UMLANI Chobe Cheelo Mahiri und MAKOLOLO-Züchterin Annemarie Schmdt-Pfister mit UMLANI Djuma Daymani ya Makololo. Trainer Alessandro seinerseits brachte neben seinem versierten Mantrailer UMLANI Abuya Ayo (dem Erstgeborenen UMLANI überhaupt) auch noch seine beeindruckende Bloodhound-Hündin May – mit vollem Namen Kassandra del Purgatorio – mit.

Nach geradezu „katastrophalem“ Empfang am südlichen Ende des Vereina-Tunnels – es schüttete am Freitag völlig untypisch in Strömen und vor lauter Nebel war kein einziger Berg zu sehen – blieb es am Samstag glücklicherweise trocken, so dass wir nach einem Einstieg in die Mantrailing-Theorie ins Gelände aufbrechen konnten. Gewusst, dass ein Hund ca. 150 – 250 Millionen Riechzellen hat, der Mensch hingegen „nur“ ca. 10 bis 20 Millionen? Gewusst, dass die menschliche „Duftwolke“ in der Thermik bis zu 6 Meter pro Minute aufsteigt? Ganz viel Wissenswertes aus der Welt der Gerüche lernte man hier kennen! Erst einmal ging’s dann in Richtung Pradella, wo Schotterwege, Felder und lichter Wald auf uns warteten. Bei den ersten Versuchen begleiteten Samuel und Alessandro jedes einzelne Mensch-Hunde-Team mit gutem Rat und manchmal auch handfester Unterstützung. Anfangs wurde geradeaus gespurt, dann bald schon um erste Abbieger und Kurven, vom weichen Feldweg über harte Schotterwege und buschige Böschungen in lichte Arven- und Föhrenbestände – alle hatten wir unsere ersten Erfolgserlebnisse auf dem Trail und natürlich auch kleinere oder grössere Früste, wenn einmal ein Duft in den überall ziehenden Nebelbänken „verduftet“ war oder sich Zwei- und Vierbeiner im dichten Arvenbestand verhedderten…

Wiese und Gebirgswald warteten an Nachmittag in God Sot San Jon auf uns – und wiederum halfen Alessandro, Samuel und Runner-Fachfrau Ruth Folini jenen aus der Patsche, die in eine selbige gerieten – und sparten auch nicht mit Rat und Lob, so dass wir abends müde und zufrieden unsere Erlebnisse bei Wild, Preiselbeeren und Steinpilzen im malerischen S-charl „hinderschi und fürschi“ bereden konnten. Unvergesslich wird uns allen die Rückfahrt entlang der Grenze zum Nationalpark bleiben: Immer wieder kreuzten im Vollmond Hirschrudel die kleine Strasse und die nächtliche Landschaft sah aus wie im Märchen.

Am Sonntag dann zeigte sich das Unterengadin in herbstlichem Sonnenschein – ganz so, wie auf den Bildern von Giovanni Segantini oder in den Texten der deutschen Denk- und Dichterfürsten von Nietzsche bis Goethe. Arven und Lärchen setzten überall gelbe und rote Farbtupfer und über allem strahlten die schneebedeckten Berggipfel in der Herbstsonne. In unseren Arvenzimmern im „Belaval“ hatten Zwei- und Vierbeiner wunderbar geschlafen – der gute Einfluss der „Zirbelbäume“ auf die Tiefe des Schlafs ist schliesslich belegt… Die Muskelkater-Trails waren uns doch etwas in die Beine gefahren und für Hunde ist nichts so ermüdend wie Nasenarbeit – es gibt aber auch nichts, das sie lieber tun!

Heute ging’s nach Resgia Ramosch, zur alten Säge und zur Holzbrücke, wo weitläufige Wege, Wiesen und Wald – das „www“ des Mantrailing – dem rauschenden Inn entlang mit der Hundenase erkundet wurden. Inzwischen klappte die Leinenführung schon viel besser und die Übergänge vom Kieswerk ins Buschwerk wurden auch schon erstaunlich gut gemeistert. Ob wir es mit unseren Ridgebacks je so weit bringen werden wie unsere Lehrmeister Alessandro und Samuel mit Ayo und May? Wohl eher nicht – aber dennoch: Es hat riesig viel Spass gemacht, uns und den Hunden, und wir werden gerne wiederkommen zum Fortgeschrittenen-Kurs! Herzlichen Dank unserem Mantrail-Lehrer und seinen unermödlichen Helfern – das Mantrailing-„Zertifikat“ wird golden gerahmt! Und jetzt dürfen wir mit Fug und Recht „hundemüde“ sein…

Fotos: Stefani Westphal und Annemarie Schmidt-Pfister

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Ein Kommentar

Claudia Suremann - 18. Okt, 2016 - Antworten

Liebe Annemarie, danke für deinen wundervollen Bericht, eure Photo’s und das grandiose Wochenende mit Suchtcharakter. Die Stunden zwischen „buna saira“ „VIVA“ und „a revair bleiben unvergessen
Danke an Alle
herzlichst Claudia & Ueli mit dem Duracell-Häschen aka UMLANI ERONGO WARIDI :o)