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Kaffernbüffel: Kraftprotzen der afrikanischen Savanne

Kaffernbüffel: Kraftprotzen der afrikanischen Savanne

In einigen tansanischen Nationalparks findet man noch, was Hemingway in seinem Buch „Die grünen Hügel Afrikas“ beschreibt: Herden der gewaltigen, schwarzen Kaffernbüffel, die manchmal mehrere hundert oder gar tausend Köpfe stark sind.
Wer das Glück hat einer solchen Herde zu begegnen, der staunt ob der leichtfüssigen Eleganz der Kraftprotzen. Meist rennen die Büffel – jeder von ihnen mehrere hundert Kilo schwer – in einer Staubwolke parallel zur Piste und wenn sie sie queren, bleiben sie oft stehen, um „der Gefahr ins Auge zu sehen“. Büffel sind wehrhafte Kämpen und waren früher bei den Kolonialjägern zu Recht gefürchtete Gegner. Die grossen Stiere mit den verdickten Hornplatten flankieren die Seiten und bilden Vor- und Nachhut, die Kühe rennen in der Mitte und von den braunen Kälbern ist kaum etwas zu sehen – sie werden fürsorglich abgeschirmt.
Glaubt eine Büffelkuh ihr Junges in Gefahr, wird sie es durch alles hindurch verteidigen! Unvergessen die Geschichte, die uns vor Jahren Ranger Neels van Wyk aus dem südafrikanischen Krüger-Park erzählte: Auf einem Routinerundgang mit seinem Rdgeback-Rüden BOESMAN traf Neels auf ein Büffelkalb, das sich in einer Wildererschlinge verfangen hatte. Es war unverletzt und so versuchte der Ranger, das aufgeregte Tier zu befreien. Dies wäre ihm wohl nicht gelungen, hätte nicht sein Ridgeback die wütende Büffelmutter erfolgreich abgelenkt. Es gelang dem eingespielten Mensch-Hunde-Team, das Kalb aus der Schlinge zu befreien.
Mit Elefant, Nashorn, Löwe und Leopard gehört „Mbogo“ oder „Nyati“, wie der Kaffernbüffel auf Suaheli heisst, zu den „Big Five“ Afrikas. Wie der Mohrenkopf und der Negerkuss ist sein Name allerdings aus der Mode gekommen: „politically uncorrect“. Und doch: Da mögen unbedarfte Touristen noch so lange vom halbzahmen asiatischen Vetter, dem „Wasserbüffel“ schwadronieren, mit Wasser hat der Kraftbrocken der afrikanischen Savanne nichts zu tun, ausser dass er es natürlich zum Trinken und Baden braucht. Auch dies ein gewaltiges Schauspiel, eine durstige Büffelherde beim Trinken, Baden und Suhlen am Wasser zu beobachten!
Wir haben einige unserer schönsten Fotos von Kaffernbüffeln in den Parks von Katavi und Tarangire herausgesucht – hier sind sie. Portrait-Fotografie? Und ob! So viel Persönlichkeit in einem Gesicht und so ausgeprägte Charakterköpfe findet man nicht bei jedem Foto-Shooting!

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